Geothermie profitiert von überarbeitetem EEG in Deutschland

Die Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Deutschland vor fast zwei Jahrzehnten markierte den Beginn der erneuerbaren Energieerzeugung als nachhaltige und primäre Energiequelle. Obwohl es mit Hürden und Tiefpunkten verbunden war, erlebt das EEG seit seiner Überarbeitung einen Aufschwung im Energiesektor und einen Zuwachs an Geothermieprojekten.

Im Jahr 2020 gab es in Deutschland 36 aktive Tiefengeothermieanlagen, davon 25 (Stand 2019) in Bayern. Geothermische Technologien und ihre Bedeutung für die klimaneutrale Energieverorgung nehmen zu. Mit einer installierten Leistung von 350 MW für thermische Energie und 47 MW für Strom trägt die Tiefengeothermie einen kleinen, aber wachsenden Anteil zur Versorgung mit Energie aus erneuerbaren Quellen in Deutschland bei. Dennoch gibt es noch viel Potenzial für die Tiefengeothermie zu erschließen.

Zum Jahreswechsel 2021 trat das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) in Kraft mit signifikanten Änderungen. Ziel ist es, Deutschland der Treibhausgasneutralität bis 2050 näher zu bringen. Eine Aktualisierung der Klimaziele hat die Treibhausneutralität auf 2045 vorgezogen. Die Umsetzung des Programms 2030 sieht vor, dass im Jahr 2030 65 Prozent des deutschen Stromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Daraus ergibt sich neben dem Zubau von Windenergieanlagen und Photovoltaik ein enormes Potenzial für innovative Technologien im Bereich der Nutzung der Erdwärme.

Das novellierte EEG fördert die Stromerzeugung aus Geothermie weiterhin über einen Zeitraum von 20 Jahren zuzüglich des verbleibenden Jahres der Inbetriebnahme, so wie es in den bisherigen Fassungen des EEG der Fall war.

Das EEG 2021 bringt große Veränderungen für Geothermieanlagen. Die Degressionsregelungen werden geändert, so dass die Stromerzeugung aus Geothermie für geeignete Standorte langfristig attraktiv bleibt. Der gesetzlich garantierte Preis von 25,20 ct/kWh el bleibt erhalten und wird nach dem EEG 2021 erst später und in deutlich geringerem Umfang abgesenkt als ursprünglich vorgesehen.

Besonders positiv ist die Entscheidung des Gesetzgebers, bei geothermischen Technologien nicht auf ein Auktionssystem umzusteigen, wie dies bei der Stromerzeugung aus PV-Kraftwerken und Windkraftanlagen bereits seit vielen Jahren gilt.

Die positive Rolle, die die Geothermie in Deutschland gespielt hat und weiterhin spielt, ist unbestritten. Während die Welt für Energieträger wie Wind und Sonne in den letzten Jahren durch die Einführung von Auktionen und diverse Änderungen im EEG komplexer geworden ist, schafft die Geothermie durch einen verlässlichen Rechtsrahmen und ein wirtschaftlich attraktives Fördersystem für Investoren und Stabilität für ihre jeweiligen Projekte. Die Regionen in Deutschland mit geeigneten Standorten haben von der Novellierung des EEG stark profitiert, was zu einem vorteilhaften Interesse von Investoren aus aller Welt an der Projektrealisierung geführt hat. Technologische Innovationen verstärken diesen positiven Trend zur Nutzung der Erdwärme in Deutschland

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